06.03.2006 | Polizeiliche Kriminalitätsstatistik täuscht über wahren Zustand der Sicherheit in Berlin hinweg
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Henkel: Berlin bleibt Hauptstadt der Kriminalität

„Der Bevölkerung wird suggeriert, dass Berlin sicher ist, bloß weil die Anzahl der erfassten Delikte zurückgeht. Das ist aber falsch", kritisierte heute der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Frank HENKEL, nach der Innenausschusssitzung des Abgeordnetenhauses. In Berlin entfielen 2005 auf 100.000 Einwohner 15.002 Straftaten, in Hamburg dagegen 14.111. In keiner Großstadt in Deutschland sei es mit mehr als einer halben Million Straftaten pro Jahr so unsicher wie in Berlin.

Frank Henkel

Henkel warf SPD-Innensenator Körting und Polizeipräsident Glietsch einen fortgeschrittenen Realitätsverlust vor, wenn sie angesichts dieser Zahlen von einem sicheren Berlin sprechen. Jubelarien kaufe ihnen im Moment keiner ab.

„Die Kriminalitätsstatistik steht in krassem Widerspruch zur Realität: Durch die Stellenkürzungen bei der Polizei sind nur die gemeldeten Delikte zurückgegangen, nicht aber die tatsächlichen. Die Dunkelziffer liegt weitaus höher, weil viele Straftaten aus Mangel an Polizisten gar nicht mehr angezeigt werden. In einigen Stadtteilen ist die Alltagkriminalität sogar schon Gewohnheit, nur weil die Polizei gar nicht mehr präsent ist und sie Straftaten nicht mehr verfolgen und aufklären kann."

Der CDU-Innenpolitiker sagte weiter: „Bezeichnend ist die Tatsache, dass wir die schlechteste Aufklärungsrate seit 1997 haben, obwohl nach Angaben von SPD-Innensenator Körting die Fallzahlen angeblich gesunken sind."

„Erfolge sehen anders aus. Berlin ist leider immer noch der gefährlichste Ort in Deutschland. Durch die aktuelle Kriminalitätsstatistik soll offenbar die Bevölkerung nur ruhiggestellt werden und der Weg geebnet werden für einen weiteren Personalabbau. Das ist verantwortungslos", schloss Henkel.

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